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Kommentar

Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 12.12.2005
Beitrag Verfasst am:13 Dez 2005 22:55

Vaginale Entbindung nicht mit Harninkontinenz verbunden


NEW YORK – USA: Verglichen mit ihren nulliparen Schwestern haben Frauen, die vaginal entbunden haben, kein erhöhtes Risiko für Harninkontinenz. Das belegt ein Bericht, der in der Dezemberausgabe von Obstetrics and Gynecology erschienen ist. Stattdessen sieht es eher danach aus, dass familiäre Faktoren eine wichtige Rolle bei der Festlegung des Risikos spielen.

Frühere Berichte, die die Assoziation zwischen vaginaler Entbindung und Inkontinenz untersucht haben, wiesen verschiedene methodologische Problemen auf, wie den Gebrauch nicht validierter Erhebungsinstrumente, die sich des Selbstberichts bedienten, und die mangelnde Unterscheidung zwischen den verschiedenen Typen von Harninkontinenz oder der Schwere der Erkrankung.

In der aktuellen Studie setzten Dr. Gunhilde M. Buchsbaum vom University of Rochester Medical Center in New York und Kollegen einen umfassenden Fragebogen ein, um Erkrankungen des Beckenbodens bei 143 postmenopausalen Paaren aus jeweils einer nulliparen Frau und ihrer Schwester, die entbunden hatte, zu beurteilen. Die klinische Evaluation von Harninkontinenz und Genitalprolaps wurde bei 101 Paaren durchgeführt.

Die Harninkontinenz-Rate unter den Frauen, die entbunden hatten, betrug 49,7% – und war damit nicht signifikant höher als die Rate von 47,6%, die bei den nulliparen Frauen beobachtet wurde, wie die Autoren feststellen. Darüber hinaus unterschieden sich der Typ der Inkontinenz und die Erkrankungsschwere zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant. Derselbe Blasenstatus, der bei einer Schwester beobachtet wurde, lag auch oft bei der anderen vor, was vermuten lässt, dass es eine zugrunde liegende familiäre Disposition in Richtung Harninkontinenz gibt.

"Eine genetische Prädisposition für Harninkontinenz muss näher erforscht werden, da das Auffinden einer genetischen Verbindung zu dieser Erkrankung große Auswirkungen auf die Richtung von Grundlagenforschung, Behandlungsansätzen, Risikomanagement und potenziellen prophylaktischen Interventionen hätte", stellen die Autoren fest.


Quelle: Obstet Gynecol 2005;106:1253-1258.(sf)


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 07.12.2005
Beitrag Verfasst am:08 Dez 2005 23:58

Risiko für Harninkontinenz bei Typ-2-Diabetes erhöht


NEW YORK – USA: Frauen mit Typ-2-Diabetes haben einer neuen Studie zufolge ein erhöhtes Risiko für Dranginkontinenz. „Da viele Studien gezeigt haben, dass Frauen ihre Inkontinenz ihrem Arzt gegenüber oft nicht erwähnen, sollte eine medizinische Evaluation von Patienten mit Diabetes ein Screening auf Inkontinenz einschließen, zusammen mit einer Diskussion der diagnostischen und therapeutischen Optionen“, regen die Autoren an.

Frühere beschränkte Untersuchungen legten nahe, dass Diabetes zu Blasendysfunktion beiträgt, aber es habe keine prospektiven Studien zu Diabetes und neu auftretender Inkontinenz gegeben, erläutern Dr. Karen L. Lifford von der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, und Kollegen in der Novemberausgabe des Journal of the American Geriatrics Society.

Das Team setzte Daten der Nurses Health Study ein, um das Risiko bestehender und neu auftretender Inkontinenz bei Frauen mit Typ-2-Diabetes mit dem von Frauen ohne Diabetes zu vergleichen.

Zwischen 1996 und 2000 habe die Inzidenzrate für Inkontinenz 10,5% bei Frauen mit Diabetes und 7,0% bei jenen ohne Diabetes betragen, berichten die Autoren. Nach der Berücksichtigung der Alters hatten Frauen mit Diabetes ein 28% größeres Risiko für bestehende Inkontinenz als Frauen ohne Diabetes sowie ein um 21% erhöhtes Risiko für neu auftretende Inkontinenz. Das Risiko war für größere Mengen an Harnverlust stärker ausgeprägt, wie die Ergebnisse zeigen.

Eine längere Dauer des Diabetes habe das Risiko für Inkontinenz weiter erhöht, merken die Wissenschaftler an, so dass Frauen, die seit mehr als zehn Jahren unter Diabetes litten, ein fast 50% höheres Risiko für neu auftretende Inkontinenz hatten. Darüber hinaus hatten Frauen mit mikrovaskulären Komplikationen des Diabetes verglichen mit jenen ohne mikrovaskuläre Komplikationen ein mehr als doppelt so hohes Risiko, Inkontinenz zu entwickeln.

Die Ergebnisse waren nach dem Ausschluss von adipösen Frauen, Personen mit erlittenem Schlaganfall, jenen, die über erhebliche Funktionseinschränkungen berichteten, sowie von Raucherinnen ähnlich.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass "insgesamt in dieser Population von Frauen 17% der Inkontinenz jeglichen Schweregrades und fast 15% der Fälle mit schwerer Inkontinenz durch die Prävention von Diabetes vermieden werden können“. „Diabetes ist ein weitgehend vermeidbare Erkrankung, und Studien haben darauf hingedeutet, dass eine Gewichtsabnahme möglicherweise Diabetes wie auch Harninkontinenz lindert.“

„Insbesondere könnte – angesichts der zunehmenden Risikos für Inkontinenz mit zunehmender Diabetesdauer – selbst die Verzögerung des Diabetesbeginns die medizinischen, emotionalen und finanziellen Belastungen für ältere Frauen erheblich reduzieren“, fügen die Wissenschaftler hinzu.


Quelle: J Am Geriatr Soc 2005;53:1851-1857. (sf)


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : JournalMED vom 05.12.2005
Beitrag Verfasst am:05 Dez 2005 21:58

Neue Leitlinien: Duloxetin first-Line gegen Symptome der Belastungsinkontinenz


INGELHEIM: Für internationale Kontinenzexperten ist Duloxetin schon heute ein unverzichtbarer Bestandteil des Behandlungsspektrums bei weiblicher Belastungsinkontinenz. In den aktuellen Ausgaben ihrer Leitlinien empfehlen sowohl die International Consultation on Incontinence (ICI) als auch die European Association of Urology (EAU) den Einsatz des Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers im Rahmen der konservativen Therapie und vor chirurgischen Eingriffen:1,2 „Besonders gute Ergebnisse verspricht die Kombination mit Beckenbodentraining.“2

Eine Empfehlung der höchst möglichen Stufe (Grad A) sprach die Konsensuskonferenz ICI im vergangenen Jahr in Monaco für Duloxetin aus. Die nun publizierten Guidelines der Kontinenzexperten geben ein klares und einfaches konservatives Therapieschema (Initial Management) vor, das sowohl von Urologen, Gynäkologen und Allgemeinmedizinern umgesetzt werden kann.

Bei Symptomen der Belastungsinkontinenz – dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen oder bei körperlichen Aktivitäten – stehen Änderungen des Lebensstils (Gewichtsreduktion, Rauchverzicht, Vermeidung von Koffein, Grad A) und ein professionell angeleitetes Beckenbodentraining (Grad A) an erster Stelle. Falls nötig sollte auch eine lokale Östrogenisierung in Betracht gezogen werden (Grad B). Ebenfalls Teil der first-Line-Therapie ist der pharmakologische Ansatz mit Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (Grad A) – namentlich Duloxetin, der einzigen Substanz, die in dieser Indikation zugelassen ist.

Die europäische Urologenvereinigung EAU hat diese Empfehlungen bereits übernommen.2 Das einhellige Expertenvotum entspricht der breiten Datenbasis der Substanz: Duloxetin hat seine Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Symptomen der Belastungsinkontinenz in klinischen Studien mit über 2.100 Frauen bereits vor der europäischen Zulassung gezeigt.3-6 Auch der zusätzliche Nutzen durch Kombination von Duloxetin mit Beckenbodentraining, den EAU wie ICI betonen, ist gut dokumentiert.

Konservatives Therapiespektrum ausschöpfen

Nach wie vor gilt in den Leitlinien das Credo „Konservativ vor operativ“. Erst nach Ausschöpfen des konservativen Spektrums und Scheitern entsprechender Behandlungsversuche ist demnach ein chirurgischer Eingriff indiziert. Die ICI betont, dass zuvor eine mindestens 8-12 wöchige Therapie erfolgen sollte. Ist danach noch keine Besserung eingetreten, wird ein „Specialized Management“ erforderlich, das eine urodynamische Abklärung einschließt und von einem Spezialisten durchgeführt werden sollte. Ausgeschlossen von diesem Schema sind lediglich komplizierte Fälle, bei denen der Harnverlust beispielsweise mit Schmerzen, rezidivierenden Infekten oder Hämaturie einhergeht.

Für Urologen, Gynäkologen und Allgemeinmediziner bedeuten die Empfehlungen von ICI und EAU: Mit Duloxetin (Yentreve®) behandeln sie nach den Leitlinien der internationalen Kontinenzexperten. Das gibt die Gewissheit, Patientinnen mit Symptomen der Belastungsinkontinenz auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis zu therapieren.

Literatur
1. Abrams et al. (Eds.). Incontinence, Vol. 2 : Management;2005:1597-1607
2. Thüroff J et al. Guidelines on urinary incontinence. European Assocation of Urology;2005
3. Norton et al. Am J Obstet Gynecol 2002; 187(1):40-48
4. Dmochowski RR, Miklos JR, Norton PA, et al. J Urol 2003; 170:1259-63
5. van Kerrebroeck P, Abrams P, Lange R et al. BJOG 2004; 111:249-57
6. Millard RJ, Moore K, Rencken R, et al. BJU Int 2004;93:311-8
7. Ghoniem GM et al. J of Urology 2005;175(5)


Quelle: Lilly / Boehringer Ingelheim


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 05.12.2005
Beitrag Verfasst am:05 Dez 2005 21:46

SPARC-Schlingensystem ist ein gleichwertiges Verfahren mit hoher Sicherheit


GRAZ – ÖSTERREICH: Die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz ist die Belastungsinkontinenz und diese stellt ein gesellschaftliches Gesundheitsproblem von enormer Tragweite dar.

Die Operation soll die Belastungsinkontinenz wirkungsvoll behandeln, schwerwiegende Komplikationen vermeiden, stabile Langzeitresultate gewährleisten und die Lebensqualität entscheidend verbessern. Die spannungsfreien Vaginalbänder erfüllen weitestgehend diese Forderungen. Ulmsten und Mitarbeiter berichteten 1995 über die Entwicklung und Anwendung eines spannungsfreien Vaginalbandes (TVT) zur Behandlung der weiblichen Belastungsinkontinenz.

Bessere Kontrolle der Troikars

Die hauptsächlichen Unterschiede zwischen der SupraPubic Arc (SPARC)-Methode und dem TVT Verfahren bestehen in der Konfiguration der verwendeten Troikars und der Art und Weise, wie die Troikars durch den retropubischen Raum geführt werden. Beim SPARC-Verfahren werden deutlich schmälere Troikars mit einer abgerundeten Spitze verwendet. Anatomisch bedingt liegen die Gefäße näher an der Bauchdecke als am Diaphragma.

Bei der SPARC-Methode führt die Stichrichtung der Nadel von den Gefäßen weg und vaginal auf die Gefäße zu und beinhaltet daher eher die Möglichkeit einer Gefäßverletzung. Daher erlaubt die fingergeleitete SPARC-Technik dem Operateur eine bessere Kontrolle der Troikars und erhöht damit die Sicherheit für die Patientinnen, verglichen mit den dickeren und spitzen Troikars der TVT-Methode. Diese Studie wurde an 103 belastungsinkontinenten Patientinnen prospektiv durchgeführt. Alle 103 Patientinnen zeigten eine Belastungsinkontinenz, davon 26 (25,2 Prozent) eine Rezidiv-Belastungsinkontinenz und neun (8,8 Prozent) eine Mischinkontinenz.

57 Frauen hatten bereits eine Voroperation im kleinen Becken und 28 eine vorangehende, erfolglose Inkontinenzoperation. Das Durchschnittsalter der Patientinnen betrug 62 (26 bis 91) Jahre, die Anzahl der Geburten im Schnitt 2,3 und die durchschnittliche Dauer der Harninkontinenz 9,4 Jahre. Der BMI betrug im Schnitt 27,77.

Das Studienprotokoll beinhaltete den Hustentest in stehender Position mit einem Blasenvolumen von 250 ml, einen Kurzzeit-Pad-Test nach Hahn & Fall, ein Miktionstagebuch über eine Woche, eine Nativ-Uroflowmetrie mit Restharnmessung, eine Urodynamik bestehend aus Zystomanometrie, Druckflussmessung und Harnröhrendruckprofil in Ruhe und unter Belastung in sitzender Position.

Das Ausmaß der Lebensqualitätsbeeinträchtigung durch den ungewollten Harnverlust wurde durch die Verwendung einer visuell Analogskala (VAS) erhoben, wobei 0 keine Beeinträchtigung und 100 inakzeptable Beeinträchtigung bedeutet. Die globale Patientenzufriedenheit mit dem Behandlungserfolg (sehr zufrieden, zufrieden, unzufrieden) wurde sechs Monate postoperativ erhoben. Außerdem wurden präoperativ eine Harnanalyse, eine urogynäkologische Untersuchung und ein laterales Zystogramm in Ruhe und unter Pressen durchgeführt. Subjektive Heilung wurde definiert als kein Harnverlust während Alltagsaktivitäten beziehungsweise keine Verwendung von Vorlagen.

Objektive Heilung beinhaltete einen negativen Hustentest, einen negativen Pad-Test nach Hahn & Fall sowie keine urodynamisch nachweisbare Belastungsinkontinenz. Eine objektive Verbesserung war definiert als eine 50- bis 75-prozentige Reduktion des Harnverlustes während des Pad-Tests, bezogen auf das präoperative Ergebnis, auf einen negativen Hustentest sowie urodynamisch nicht nachweisbare Belastungsinkontinenz unter Provokation. Eine Verbesserung von weniger als 50 Prozent wurde als Misserfolg eingestuft.

Die durchschnittliche Operationszeit auf Workshop-Basis betrug 42 Minuten. Vier Patientinnen (3,9 Prozent) erlitten eine Harnblasenperforation, davon zwei nach vorangegangener Inkontinenzoperation. Eine Patientin (0,9 Prozent) wies einen Harnverhalt auf, der durch sofortige Bandlockerung behoben wurde. Zwei Patientinnen (1,9 Prozent) erlitten ein sogenanntes „tape gliding“ (Durchrutschen des Bandes). Dieser Zustand wurde durch eine sofortige Neuanlage des SPARC-Bandes behoben. Vier Patientinnen (3,9 Prozent) zeigten postoperativ eine Restharnmenge bis zu 200 ml.

Diese Blasenentleerungsstörung wurde ebenfalls sofort durch eine Bandlockerung erfolgreich behoben. Die Anzahl der Vorlagen pro Tag, der Pad-Test und der Leidensdruck verringerten sich von 4,7, 37,4 g und 76,7 präoperativ auf 0,44, 1,93 g und 15,7 zwölf Monate postoperativ (p < 0,001).

Patientenzufriedenheit

Die globale Patientenzufriedenheit mit dem Therapieerfolg wurde nach sechs Monaten von 93,3 Prozent als „sehr zufrieden“, von 5,3 Prozent als „zufrieden“ und von 1,4 Prozent als „unzufrieden“ beurteilt. 98,6 Prozent der Frauen würden diese Operation anderen belastungsinkontinenten Frauen empfehlen. Die subjektive Heilrate, das heißt ein alltägliches Leben ohne Vorlagen und Harnverlust beträgt 75,4 Prozent.

Die objektive komplette Heilrate beträgt nach zwölf Monaten 81,5 Prozent, die objektive Verbesserung der Belastungsinkontinenz wird bei 16,9 Prozent der Patientinnen beobachtet. Bei 1,6 Prozent versagte die Therapie.

Präoperativ wiesen neun Patientinnen zusätzlich zur Belastungsinkontinenz eine Drangkomponente mit zystometrischen Zeichen einer Detrusorhyperaktivität auf. Bei drei von neun (33,3 Prozent) der Patientinnen persistierte die Drangsymptomatik postoperativ, und sie benötigen weiterhin eine anticholinerge Medikation. Bei allen Patientinnen erfolgte die postoperative Harnblasendrainage für 24 Stunden über einen Foley-Katheter Charr. 16, auch bei den vier Frauen, die eine Harnblasenperforation erlitten. Der durchschnittlicher stationäre Aufenthalt dauerte 3,3 Tage, und die Entlassung erfolgte im Schnitt 1,4 Tage postoperativ.

Die Wiederaufnahme der normalen täglichen Aktivitäten zu Hause erfolgte nach 1,27 (0 bis 6), externe Aktivitäten wie Einkaufen oder Beruf nach 4,47 (0 bis 10) Tagen. Diese Resultate bestätigen die Machbarkeit und Sicherheit der Behandlung der Belastungsinkontinenz mit der SPARC-Methode.

Ein kürzlich veröffentlichtes Review von elf Publikationen mit objektiven Endpunkten ergab eine Heilrate von 87,3 Prozent nach durchschnittlich 17 Monaten postoperativ. Die durchschnittliche Operationszeit von 42 Minuten erscheint länger als üblicherweise in der Literatur berichtet. Diese längere Operationsdauer war durch den Workshop-Charakter der Operationen bedingt. Das SPARC-Schlingensystem ist derart konzipiert, dass ein versierter Operateur den Eingriff in etwa 20 Minuten bewerkstelligen kann. Schwere Komplikationen wie Gefäß-, Darm- oder Nervverletzungen sowie retropubische Hämatome, lebensgefährliche Infektionen oder Todesfälle traten in dieser Studie nicht auf. Die maximale Harnflussrate reduzierte sich von 39,3 ml/sec. präoperativ auf 18,1 ml/sec. eine Woche postoperativ und erreichte nach zwölf Monaten mit 38,2 ml/sec. wieder die präoperativen Ausgangswerte.

Die drastische Reduktion der maximalen Harnflussrate eine Woche postoperativ führen wir auf das lokale Trauma zurück. Im selben Zeitraum nahm der Detrusordruck bei maximalem Flow von 16,6 cm H2O präoperativ auf 21,8 cm H2O nach zwölf Monaten um 31,3 Prozent zu, was als Obstruktion durch das Band zu werten ist. Die Tatsache, dass sich die Harnflussrate nach zwölf Monaten normalisierte und gleichzeitig der Detrusordruck während der Miktion anstieg, ist unserer Meinung nach nicht als Widerspruch, sondern als Ausdruck eines Detrusortrainings mit Verbesserung der Kontraktionsleistung zu interpretieren.

Unserer Einschätzung nach beruht das Wirkprinzip aller spannungsfreien Vaginalbänder, wie es für eine Schlingenoperation typisch ist, auf einer infravesikalen Obstruktion, die so relevant ist, dass die meisten Frauen unter körperlicher Belastung kontinent sind, und einer Obstruktion, welche so irrelevant ist, um eine normale restharnfreie Miktion zu ermöglichen.

Der maximale Harnröhrenverschluss in Ruhe erhöhte sich von präoperativ 44,6 cm H2O auf 71,8 cm H2O nach zwölf Monaten. Auch diese Beobachtung spricht unserer Meinung nach für eine passive, obstruktiv wirksame Unterstützung des Harnröhrenverschlussmechanismus durch das Vaginalband.

Exzellente Alternative

Ob die deutliche Zunahme des maximalen Urethraverschlussdrucks in Ruhe ein zukünftig erhöhtes Risiko für eine Bandarrosion in sich birgt, ist derzeit noch unklar. Die Effektivität von SPARC und TVT ist nach unserer prospektiven Studie vergleichbar. Die SPARC-Methode bietet eine exzellente operative Alternative zur Behandlung der weiblichen Belastungsinkontinenz. Zudem beinhaltet die SPARC-Methode eine Menge signifikanter Vorteile gegenüber der TVT-Methode, nämlich eine einfachere und potenziell sicherere Nadelplatzierung. Dies ist bedingt durch die vorgegebene Anatomie des kleinen Beckens, insbesondere die topographische Lage der Gefäße.

Weitere Vorteile sind die nicht längere Katheterliegedauer nach Blasenperforation, eine geringere Gewebedissektion, bedingt durch die deutlich schmäleren Nadeln, und die Vermeidung von Blutungskomplikationen, wie sie bei der TVT-Methode beschrieben werden.

Autor: Univ. Doz. Dr. Günter Primus
Univ. Klinik für Urologie
Medizinische Universität Graz
Auenbruggerplatz 7, A-8036 Graz
E-mail:


Quelle: Urologische Nachrichten vom 05.12.2005


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 01.12.2005
Beitrag Verfasst am:03 Dez 2005 00:10

Stammzellen als Therapie bei Inkontinenz


MÜNCHEN: Die Harninkontinenz – vor allem bei älteren Frauen und Männern – kann mit körpereigenen Stammzellen behandelt werden. Dabei werde aus dem Oberarmmuskel Zellmaterial entnommen.

Die daraus gewonnenen Stammzellen würden dann in den geschwächten Schließmuskel der Harnröhre injiziert, berichtete Prof. Rudolf Hartung, Direktor der Urologischen Universitätsklinik im Münchner Klinikum rechts der Isar. „Die Muskelzellen bilden neue Fasern aus und stärken so den Schließmuskel“, sagte der Experte bei einem wissenschaftlichen Symposium.

Die Beschwerden könnten in vielen Fällen dauerhaft geheilt werden. Diese Form der Stammzelltherapie wurde den Angaben zufolge an der Urologischen Universitätsklinik in Innsbruck (Österreich) unter Leitung von Prof. Hannes Strasser entwickelt.

Hohe Heilungsrate

Am Münchner Klinikum rechts der Isar sei sie erstmals in Deutschland angewandt worden, hieß es. Nach einer Innsbrucker Studie mit allerdings nur 42 Patienten seien rund 80 Prozent nach der Stammzelltherapie geheilt gewesen. In den restlichen Fällen habe die Harninkontinenz nach der Stammzelltherapie deutlich nachgelassen.

Nebenwirkungen oder Komplikationen seien nicht aufgetreten. Inzwischen seien in Innsbruck mehr als 170 Patientinnen und Patienten mit dieser Methode behandelt worden, die allerdings nicht für alle Inkontinenz-Fälle geeignet sei.

Injektion über Narkose

Die Stammzellen würden unter kurzer Narkose über die Harnröhre injiziert, so dass keine Schnittoperation nötig sei, erläuterte Hartung. Mit einer Ultraschallkontrolle werde sichergestellt, dass die Zellen am richtigen Ort landen.

„Dort integrieren sich die neuen Zellen in den Zellverbund und übernehmen die spezifischen Aufgaben der Muskel- und Bindegewebszellen in Harnröhre und Schließmuskel.“


Quelle: Urologische Nachrichten vom 01.12.2005


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 30.11.2005
Beitrag Verfasst am:03 Dez 2005 00:07

Oxybutinin mit verzögerter Freisetzung bei Dranginkontinenz wirksam


NEW YORK – USA: Oxybutinin mit verzögerter Freisetzung ist zur Therapie bei Dranginkontinenz sicher und wirksam, heißt es in der Oktoberausgabe von The Journal of Urology. Dr. Scott A. MacDiarmid von der Wake Forest University School of Medicine, Winston-Salem, North Carolina, und Kollegen beurteilten die Wirksamkeit und Sicherheit von Oxybutynin mit verzögerter Freisetzung bei flexibler Dosierung unter Verwendung von Daten aus drei Studien in den USA, in denen Oxybutynin individuell dosiert wurde.

Obwohl 10 mg täglich die mittlere Dosis darstellte, berichten die Autoren, dass 47% der Teilnehmer eine Dosis von mehr als 10 mg täglich erhielten. Die wöchentlichen Inkontinenzepisoden nahmen im Durchschnitt um 79,3% ab, ist dem Bericht zu entnehmen. In den verschiedenen Dosisgruppen reichte die Abnahme von 79 bis 83%, außer in der Gruppe, die 30 mg täglich erhielt: Dort betrug sie 54%.

Etwa vier von fünf Patienten erreichten eine Abnahme bei den Inkontinenzepisoden seit Studienbeginn um mindestens 70%, berichten die Wissenschaftler, dabei waren die Anteile quer durch alle Dosisgruppen ähnlich. Bei 43% der Teilnehmer stellte sich vollständige Trockenheit ein, so die Ergebnisse. Dieser Verlauf war in allen Dosisgruppen außer in der Gruppe mit 30 mg ähnlich; in letzterer war dies bei 19% der Fall. Mundtrockenheit war das am häufigsten angegebene unerwünschte Ereignis (23,1% der Patienten), stellen die Wissenschaftler fest, und deren Inzidenz nahm mit steigender Dosis zu.

"Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass mehr als 80% der Patienten mit Drang- oder gemischter Inkontinenz eine Abnahme der Inkontinenzepisoden von mindestens 70% erzielen können, wenn sie mit Oxybutinin mit verzögerter Freisetzung in individuell festgelegten Dosierungen behandelt werden", schlussfolgern die Autoren. "Die Bestimmung der optimalen oder individuellen Dosis bei einem Patienten kann eine Dosisanpassung bis zur vollständigen Trockenheit erfordern, oder bis das bestmögliche Gleichgewicht zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit errreicht worden ist."

"Fangen Sie mit 10 mg an", rät MacDiarmid. "Erhöhen Sie die Dosis, wenn der Patient weiterhin Symptome hat, aber das Medikament verträgt." "Setzen Sie sich hohe Ziele", ergänzte er gegenüber Reuters Health. "Versuchen Sie, die Patienten so trocken wie möglich einzustellen, erhöhen Sie die Dosis, um die Wirksamkeit zu verbessern."


Quelle: J Urol 2005;174:1301-1305.(tep)


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Salzkammergut Internet Zeitung vom 29.11.2005
Beitrag Verfasst am:29 Nov 2005 23:34

LKH Vöcklabruck bietet neue Operationsmethode beim Tabu-Thema Harninkontinenz an


VÖCKLABRUCK - ÖSTERREICH: LKH Vöcklabruck bietet neue Operationsmethode beim Tabu-Thema Harninkontinenz bei Männern. Harninkontinenz ist ein gleichermaßen unter Frauen wie Männer weit verbreitetes Leiden, bei dem die Betroffenen außerstande sind, den Zeitpunkt des Wasserlassens selbst zu bestimmen. Durch die zunehmende Lebenserwartung kommt dieser Erkrankung eine immer größere medizinische und gesellschaftliche Bedeutung zu. Oft wird dieses Leiden vom Patienten aus Schamgefühl und Hilflosigkeit selbst dem Arzt gegenüber nicht erwähnt. Eine neue, aus Argentinien stammende Operationsmethode schafft Abhilfe. Das Landes-Krankenhaus Vöcklabruck ist das erste Krankenhaus in Oberösterreich, wo man mit der so genannten „ARGUS©“-Methode arbeitet.

„Die Harninkontinenz kommt bei Männern in höherem Lebensalter vor und kann auch Folge einer radikalen Entfernung der Prostatadrüse bei Prostatakrebs sein“, erklärt OA Dr. Peter Gebhartl. Da Männer immer häufiger mit dieser Krebsform und einer entsprechenden Therapie konfrontiert sind, steigt auch die Häufigkeit der Inkontinenz. „Viele Männer schämen sich dafür, trauen sich nicht mit einem Facharzt zu sprechen und ziehen sich aus Angst vor peinlichen Situationen gesellschaftlich zurück. Dabei gibt es inzwischen zahlreiche Maßnahmen um das Problem in den Griff zu bekommen“, erklärt der Spezialist.

Bislang gab es nur die von der „weiblichen“ Inkontinenz bekannten konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Beckenbodengymnastik, Reizstromtherapie, Biofeedback und saugende Einlagen als Abhilfe. Bisherige operative Optionen waren die Implantation eines künstlichen Schließmuskels, der allerdings vom Patienten manuell zu bedienen war oder der Einbau eines verschließenden Ballonsystems.

Die Implantation eines Bandes unter die Harnröhre beim Harnverlust der Frau, die so genannte „TVT“ Operation, die übrigens seit sechs Jahren an der Urologie des LKH Vöcklabruck mit größtem Erfolg bei Patientinnen eingesetzt wird, konnte bisher nicht bei Männern eingesetzt werden. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass die beim Mann notwendige Möglichkeit zur Nachjustierung einer solchen Schlinge bis vor kurzem nicht gegeben war. Durch eine aus Argentinien stammende Operationsmethode ist dieses Problem nun gelöst worden.

Erstmals in Oberösterreich wurde Anfang November an der Abteilung für Urologie im LKH Vöcklabruck das so genannte „ARGUS©“ Band beim Mann mit Erfolg eingesetzt. Dabei wird über drei kleine Schnitte – zwei im Unterbauch, einer am Damm, eine Schlinge unter der Harnröhre durchgezogen und im Unterbauch fixiert. Dieses Band besteht aus einem weichen Silikonpolster für die Harnröhre und zwei Silikonbändern zur Fixierung und dient zur Unterstützung der Harnröhre und damit auch des schwachen Schließmuskels. Bei Bedarf kann diese Schlinge nachjustiert werden bis vollständige Kontinenz erreicht wird.

„Durch die kleinen Schnitte ist diese Operationstechnik für den Patienten wenig belastend also minimal invasiv und die Schlinge braucht im Gegensatz zum künstlichen Schließmuskel, nicht bedient zu werden“, skizziert OA Dr. Gebhartl die Vorteile der erstmals in Oberösterreich im LKH Vöcklabruck angebotenen neuen Methode. Abschließend der Experte: „Das Wasserlassen funktioniert danach genau wie vor der Operation und die ‚Trockenheit’, ist wiederhergestellt – deswegen gibt es keinen Grund mit diesem Problem leben zu müssen“.


Quelle: Salzkammergut Internet Zeitung vom 29.11.2005


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Urologische Nachrichten vom 29.11.2005
Beitrag Verfasst am:29 Nov 2005 23:01

Nervale Regeneration des unteren Harntraktes


TÜBINGEN: Die nervale Regeneration ist ein multidisziplinäres Anliegen mit dem Anspruch, nervale Schädigungen auf allen Ebenen effektiv zu therapieren.

Im Bereich der rekonstruktiven Urologie gewinnt die Neurourologie in immer stärkerem Masse Einfluss. Durch onkologisch Eingriffe, Altern der Bevölkerung und Folgen durch Spinal- oder Nervenverletzungen erhält die funktionelle Rekonstruktion, einen wachsenden Stellenwert. Darunter fällt auch das Bestreben, Nervenstrukturen so zu rekonstruieren, dass die Funktionalität verbessert wird. Für die Urologie ist dieses in bestimmten Bereichen schon heute klinisch anwendbar.

Neurochirurgische Optionen

Jährlich kommen zu den 2,5 Millionen Querschnittpatienten weitere 90.000 weltweit hinzu, bei denen auf die unterschiedlichsten Weisen die Blasenfunktion beeinflusst wird. Durch die Entwicklung im Bereich der Neurochirurgie können bestimmte Funktionen wie die Blasenfunktion bis zu einem gewissen Grad wieder hergestellt werden. Durch einen relativ kleinen Eingriff im Bereich der lumbalen Wirbelsäule L5 wird ein neuer Reflexbogen zwischen L5 und S3 intraspinal gebildet.

Diese Form der operativen Versorgung ist für spinale Verletzungen entwickelt worden, die die sich in höheren Regionen befinden. Nach der Regeneration der Nervenfasern kann die Entleerung der Blase durch den entsprechenden starken Hautreiz wieder ausgelöst werden. Diese Operationstechnik wurde durch Prof. Xiao entwickelt und bereits an über 150 Patienten mit einer Erfolgsrate von fast 70 Prozent durchgeführt.

In der Kooperation zwischen der Urologischen (Direktor: Prof. Arnulf Stenzl) und Neurochirurgischen (Direktor: Prof. M. Tatagiba) Klinik des Universitätsklinikums Tübingen wurde diese Operation zum ersten Mal in Europa durchgeführt. Durch eine gewisse Variation der Operationstechnik kann auch die Sensorik wiedererlangt werden. Die Operationsindikation muss sicher individuell überprüft werden und ist dann von der Höhe der Rückenmarkschädigung abhängig.

Peripher akzidentell durchtrennte Nerven werden möglichst gleich durch eine End-zu-End-Anastomose unmittelbar reanastomisiert. Ist dieses nicht möglich, wie im Rahmen einer radikalen Prostatovesikulektomie, wird nach entsprechendem Nervenersatzmaterial gesucht. Eine mögliche Option ist die Nutzung des N. Suralis als Interponat. Er ist aber dafür bekannt, dass die wieder erlangte nervale Regeneration nur eingeschränkt der ursprünglichen entspricht. Aus diesem Grund wird in der Forschung nach Materialien gesucht, die als Regenerationsleitschienen fungieren.

In den vergangenen Jahren sind unterschiedliche Materialen wie Silikon und selbst auflösende beziehungsweise azelluläre Strukturen untersucht worden. Eine sehr attraktive Möglichkeit stellt die optimierte Herstellung azellulärer Nerven dar.

In dieser optimalen Gerüststruktur tritt eine dem Orginalnerven nahezu identische Regeneration ein. Dadurch wäre gewährleistet, dass die Nerven, die zum Beispiel für die Erektion notwendig sind, ihren Anschluss wieder finden und nicht in Narbengewebe verkümmern.

Darüber hinaus ist die in-vitro-Züchtung von Hüllzellen (Schwann’schen Zellen, olfaktorische Hüllzellen, Oligodendrozyten etc.) so erfolgreich, dass technisch hergestellte Leitstrukturen, die mit diesen bestückt werden, zu besseren Regenerationsergebnissen führen. Werden diese Hüllzellen zusätzlich in die Lage versetzt, durch Genmanipulation bestimmte Wachstumsfaktoren (BNDF, VGF, GNDF, etc) zu produzieren, kommt es im Tiermodell unter optimalen Bedingungen zur Regeneration der Nerven mit entsprechender Funktionalität.

Gegenwärtig liegen leider kaum Kenntnisse darüber vor, inwieweit die „Produktion“ von Wachstumsfaktoren später wieder „abgeschaltet“ werden kann. Hierdurch kann ein klinischer Einsatz gegenwärtig nicht abschließend eingeschätzt werden. Somit ist derzeit sicher die lokale Verabreichung von Wachstumsfaktoren zu favorisieren, um nicht andere unerwünschte Gewebsproliferationen zu initiieren.

Positive Effekte auf die Nervenregeneration

Durch die Nutzung azellulärer Matrix konnte in der Vergangenheit festgestellt werden, dass bereits in der Regenerationsphase bestimmte Wachstumsfaktoren stimuliert werden. Histologisch fanden sich die regenerierten Nervenfasern in unmittelbarer Nähe zu den entstandenen Gefäßen.

Mittlerweile konnte gezeigt werden, dass der gefäßproliferierende Wachstumsfaktor VEGF nicht nur die Gefäßbildung unterstützt, sondern sich positiv auf die Nervenregeneration auswirkt. Wird er einer azellulären Matrix zugesetzt, nimmt auch die Muskelmasse in kürzerer Zeit zu.

Zur Behandlung der Belastungsinkontinenz wurden Erfolge mittlerweile in verschiedenen Ansätzen durch myogene und mesenchymale Stammzellen belegt. Die erzielte Funktionalität erbrachte gleichzeitig den Nachweis motorischer Endplatten (Nerveneinsprossung) an differenzierten myogenen Stammzellen. Dadurch ist nicht nur die Applikation von Stammzellen erfolgreich in der Behandlung der Belastungsinkontinenz, sondern kann durch zusätzliche Gabe von zum Beispiel VEGF zu einer weiter verbesserten Integration der Zellen in die Umgebung führen. Darüber hinaus wird die nervale Integration sichergestellt.

Diese Ansätze geben Anlass zu Hoffnung, dass sie vielleicht schon morgen in bestehende Therapiekonzepte integriert werden können. Es könnte ein weiterer Schritt in Richtung einer verbesserten oder sogar gänzlich normalisierten Lebensqualität der Patientin oder des Patienten sein.

PD Dr. Karl-Dietrich Sievert
Urologische Klinik des Universitätsklinikums Tübingen
e-mail:


Quelle: Urologische Nachrichten vom 29.11.2005


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : Ärztliche Praxis vom 29.11.2005
Beitrag Verfasst am:29 Nov 2005 22:37

Weibliche Harninkontinenz erst konservativ angehen


KIEL: Die wachsende Vergreisung der Gesellschaft sorgt dafür, dass immer mehr Inkontinenzpatientinnen den Urologen aufsuchen. Die konservativen Optionen erklärt Dr. med. Ursula Eppelmann, Kiel.

Voraussetzung jeder Therapie der weiblichen Harninkontinenz ist die differenzialdiagnostische Unterscheidung der Harninkontinenzformen in Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz und extraurethrale Inkontinenz. Zudem sollte die Behandlung auf den jeweiligen verschiedenen pathophysiologischen Zusammenhängen und Ätiologien basieren. Der Einsatz medikamentöser Therapeutika setzt die Kenntnis der pharmakologischen Wirkprinzipien und der möglichen einschränkenden Begleiterkrankungen oder Patientenvoraussetzungen voraus.

Die Belastungsharninkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform der Frau. Mit steigendem Alter nimmt die Inzidenz im Verhältnis zur überaktiven Blase mit und ohne Inkontinenz ab, die wiederum im Alter immer häufiger wird. Da die Belastungsinkontinenz anders therapiert wird als die überaktive Blase und andere Inkontinenzformen, ist eine genaue diagnostische Abklärung vonnöten. Vor allem ist das bei steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung und konsekutiver Zunahme an Inkontinenzpatienten der Fall. Ein einheitlicher erster Therapieversuch jeder harninkontinenten Patientin ist daher obsolet.

Das Verhältnis von Diagnostik und Therapie zum erwarteten Nutzen und möglichen Nebenwirkungen sollte sorgsam abgewogen werden. Eine Staffelung nach Invasivität und Patientenbelastung ergibt sich für jede Inkontinenzform sowohl für Diagnostik und Therapie.

Beckenbodentraining nur unter professioneller Anleitung

An erster Stelle solcher Therapiealgorithmen stehen immer physikalische Maßnahmen. Beckenbodengymnastik sollte unter Anleitung spezialisierter Physiotherapeuten erfolgen, eventuell kombiniert mit Biofeedbacktraining oder Elektrostimulationstherapie.

Um solche Maßnahmen zu optimieren, sollten sie mit einer professionellen Anleitung zu Verhaltensumstellungen verbunden sein. Hierzu zählen die Normalisierung der Trinkmengen, gezieltes Blasentraining nach Auswertung differenzierter Miktions- und Inkontinenzprotokolle, Gewichtsmanagement, Rauchentwöhnung, Stuhl-regulierung und verschiedene Haltungs- und Verhaltensregeln für den Alltag, um den Beckenboden zu stärken und vor unphysiologischen Belastungen zu schützen.

Die Integration der Übungen in den Alltag, eine entsprechende Motivation und eine Umstellung der Lebensgewohnheiten ermöglichen einen dauerhaften Therapieerfolg. Erfreulicherweise haben diese Maßnahmen zunehmend Verbreitung in der Schwangerschaftsvorbereitung und der Prävention der postpartalen Inkontinenz gefunden. Eine Übertragung auf gefährdete Patientinnen zur Prävention von Inkontinenzproblemen im Alter sollte gefördert und durch Information und Aufklärung weiter ausgebaut werden.

Bei ausgeprägten Beckenbodendefekten mit Ausbildung einer höhergradigen Zystozele oder höhergradigem Deszensus von Blase, Urethra oder Uterus kann eine physikalische Therapie oft nicht mehr von Erfolg gekrönt sein. Durch die Verlagerung der Organe aus dem abdominellen Gefüge würde eine Retonisierung des Beckenbodens die Kontinenzleistung nicht verbessern.

In solchen Fällen kann die Anpassung eines Pessars, beispielsweise eines Würfel- oder Urethrapessars, die proximale Harnröhre unterstützen und den Blasenhals nach kranioventral zurück ins intraabdominelle Gefüge verlagern. Diese Maßnahme führt zu einer Komprimierung der Urethra unter Stressbedingungen und kann eine Belastungsharninkontinenz deutlich bessern.

Erst wenn die genannten, sicherlich zeit- und motivationsintensiven Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind, sollte die Pharmakotherapie zum Einsatz kommen. Allerdings haben Kombinationen von Pharmako- und Physiotherapie zur Steigerung des Therapieeffektes bereits primär am Beginn einer Inkontinenztherapie ihren Stellenwert.

Einfluss auf Speicher- sowie Entleerungsfunktion

Angriffspunkte einer spezifischen Therapie sind Rezeptoren hormoneller, zentral- und periphernervöser Regelkreise der Blasenfunktion, um die gestörte Speicher- beziehungsweise Entleerungsfunktion der Blase zu beeinflussen. Die medikamentöse Therapie der Dranginkontinenz basiert darauf, die Harnblase ruhig zu stellen, die Therapie der Belastungsinkontinenz besteht darin, Beckenboden- und Sphinkterapparat zu kräftigen. Bei der Überlaufinkontinenz beeinflusst die medikamentöse Behandlung die Senkung des Blasenauslasswiderstandes und gleichzeitig die Steigerung der Detrusorkontraktilität. Eine extraurethrale Inkontinenz entzieht sich einer pharmakologischen Therapie und muss operiert werden.

Physio und Pharmaka bei Belastungsinkontinenz

Die medikamentöse Therapie der Belastungsinkontinenz beschränkte sich bis vor kurzem auf die lokale Applikation von Estrogenen und die Verabreichung wenig erfolgreicher Substanzen wie der alpha1-Mimetika. Gelegentlich wurden auch antimuskarinische Substanzen eingesetzt, meist ohne messbaren Therapieerfolg, da sie keinerlei kräftigende Wirkung auf den Schließmuskel oder Beckenboden haben.

Seit 2004 steht nun der für den klinischen Einsatz zugelassene kombinierte Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmstoff Duloxetin (Yentreve®) als Erfolg versprechender Therapieansatz für die Belastungsinkontinenz zur Verfügung. Die Substanz erhöht die Konzentrationen von Serotonin und Noradrenalin im spinalen Kerngebiet des Sphinkter-innervierenden N. pudendus (Nucleus Onuf). Daraus resultiert eine Erhöhung des Urethratonus.

Auf zentralnervöser Ebene führt die Erhöhung der Serotonin- und Noradrenalinkonzentration im sakralen Miktionszentrum zu einer indirekten Modulierung von Glutamat. Der Neurotransmitter wird in der Speicherphase der Blase ausgeschüttet und zur Miktion zurückgehalten. Aufgrund der lediglich modulierenden Wirkung auf diesen Regelkreis kommt es unter Duloxetingabe nachweislich nicht zu einer Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination während der Miktion. Die erwünschte Sphinkter-tonisierende und Detrusor-stabilisierende Wirkung des Präparates kann vielmehr ohne Störung der Entleerungsphase der Blase genutzt werden.

In konsekutiven Studien reduzierte das Medikament die Inkontinenzepisoden um mehr als 50 Prozent. Etwa jede fünfte Studienteilnehmerin, die auf Duloxetin ansprach, war infolge der Behandlung vollkommen beschwerdefrei. Die Lebensqualität der Probandinnen verbesserte sich signifikant. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, trockener Mund, Obstipation, Schläfrigkeit und Schlaflosigkeit, die sich jedoch mit der Dauer der Einnahme in den meisten Fällen als transient zeigten. Zu Therapiebeginn wird gelegentlich eine einschleichende Dosierung zur Milderung der Nebenwirkungen angeraten. Die therapeutische Wirkung setzt meist nach zwei Wochen ein.

Erste Hinweise auf einen synergistischen Effekt von Duloxetin und physiotherapeutischer Beckenbodengymnastik lassen die Empfehlung zu, die medikamentöse Therapie mit den physikalischen Maßnahmen am Beginn einer Inkontinenztherapie zu kombinieren. Ziel der zweigleisigen Strategie ist es, im Verlauf gegebenenfalls auf die weitere Medikation wieder verzichten zu können.

Dranginkontinenz: Relaxieren und desensibilisieren

Mit Antimuskarinika, Neurotoxinen und Hormonen lässt sich die Dranginkontinenz pharmakologisch erfolgreich behandeln.

Antimuskarinika

Die Therapie basiert auf einer pharmakologischen Relaxation und Desensibilisierung des Detrusors. Muskarinische Rezeptoren sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, derzeit sind fünf verschiedene Subtypen (M1 bis M5) bekannt. Auf den menschlichen Detrusorzellen wurden Muskarinrezeptoren vom Typ M2 zu 80 Prozent und vom Typ M3 in 20 Prozent nachgewiesen. Eine unmittelbare Wirkung auf die Detrusorkontraktion haben nachgewiesener Maßen nur die M3-Isoformen. Die M2-vermittelte Wirkung besteht unter einer indirekten Verstärkung der M3-vermittelten Detrusorkontraktion über andere Signalwege, die hier nicht weiter ausführlich dargestellt werden sollen.

Muskarinische Rezeptoren kommen nicht nur auf der Harnblase vor, sondern sind im menschlichen Körper ubiquitär verbreitet. Dies erklärt die relativ hohe Nebenwirkungsrate der Medikamente, welche die Patien-tencompliance im Langzeitverlauf unbefriedigend sinken lässt. Trotz nachweisbarer Therapiewirkung nehmen nach zirka einem Jahr nur noch weniger als 20 Prozent der Dranginkontinenz-Patienten ihre Medikation regelmäßig ein.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Mundtrockenheit, Akkomodationsstörungen, ZNS-Nebenwirkungen und Obstipation. Neuere galenische Aufbereitungen wie die Entwicklung von Retardpräparaten und neue Verabreichungswege wie intravesikale Instillationen oder transdermale Pflastersysteme sollen die nebenwirkungsreichen Wirkstoffspiegel-Spitzen im Serum reduzieren und so die Nebenwirkungsrate senken.

Das M3-Rezeptor-subselektive Antimuskarinikum Darifenacin reduzierte in Studien die Rate an kognitiven und zentralnervösen Nebenwirkungen. Insbesondere bei älteren Patienten erscheint daher der Einsatz dieses Präparates sinnvoll. Das Rezeptor-unspezifische Trospiumchlorid als quaternäre Ammoniumverbindung kann die intakte Blut-Hirnschranke nicht überwinden, auch hier wurden weniger zentralnervöse Nebenwirkungen beschrieben. Hinweise auf eine zunehmend durchlässigere Blut-Hirnschranke im Alter relativieren diesen Vorteil gegenüber den anderen Substanzen jedoch wieder. Inwiefern diese neuen Substanzen und Darreichungsformen in Zukunft die Patientencompliance verbessern werden, ist neueren Untersuchungen vorbehalten.

Botulinum-A-Toxin

Für die therapieresistente Dranginkontinenz steht seit einiger Zeit mit Botulinum-A-Toxin eine Erfolg versprechende Injektionstherapie in den Detrusor zur Verfügung. Da die Substanz für die Indikation der Dranginkontinenz nicht zugelassen ist, ist diese Behandlung noch auf wenige Zentren unter entsprechender Patientenaufklärung beschränkt.

Estrogene

Ein Estrogenmangel kann eine Atrophie des Vaginalepithels, der subepithelialen Bindegewebsschichten und des submukösen Gefäßplexus der Harnröhre zur Folge haben. Die dadurch induzierte Perfusionsminderung dieser Gewebe kann urogenitale Symptome auslösen. Hierzu zählen Drangsymptomatik, rezidivierende Harnwegsinfektionen und Dyspareunie. Estrogene senken die mechanosensible Schwelle des Blasentrigonums, welches den Miktionsreflex vorzeitig verhindert. Ein Estrogenmangel kann somit zu einer irritativen Drangsymptomatik führen. Eine lokale Substitution mit Estrogenen verbessert die urogenitale Durchblutung nachweislich und mildert so die Atrophie-bedingten Störungen.

Auch bei Belastungsinkontinenz kann eine Estrogenisierung des Gewebes die Symptomatik mildern. Die Behandlung verbessert den Kissenpolstereffekt des submukösen Gefäßplexus der Urethra und erhöht den subvesikalen Verschlussdruck, indem passiv der aktive Sphinktermechanimus unterstützt wird. Eine lokale Estrogenisierung ist meist einer systemischen Hormonersatztherapie vorzuziehen. Das gilt nicht nur bei bestehenden Kontraindikationen, wie dem hormonsensitiven Mammakarzinom oder bei prädestinierenden Faktoren für tiefe Beinvenenthrombosen wie Rauchen oder Adipositas. Auch bei Patientinnen, die bereits eine systemische Estrogentherapie erhalten, kann die zusätzliche lokale Applikation sinnvoll sein, wenn das urogenitale Defizit nachweisbar persistiert.


Dr. med. Ursula Eppelmann
Kontinenzzentrum Kiel
Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel


Quelle: Ärztliche Praxis vom 29.11.2005


Autor : Foren-Admin   Thema : Therapieformen   Newsquellen : JournalMED vom 28.11.2005
Beitrag Verfasst am:28 Nov 2005 22:50

Selektive medikamentöse Therapie der Überaktiven Blase – was hat der Patient davon?



MAINZ: Zur Behandlung der Dranginkontinenz empfiehlt die internationale Inkontinenzgesellschaft (ICI, International Consultation on Incontinence) die Gabe von Antimuskarinika als einzige medikamentöse Therapieoption. Die Behandlung kann jedoch Schwierigkeiten bereiten. Denn obwohl zahlreiche Studien die Effektivität der Medikation belegen, werden die Antimuskarinika von vielen Betroffenen auf Dauer nicht eingenommen, so Dr. Christian Hampel, Mainz.

Verträglichkeitsprobleme beeinträchtigen die Compliance

Vor allem Verträglichkeitsprobleme dürften der Grund für die ausgeprägte Non-Compliance sein. So nehmen nach zwölf Monaten nur noch weniger als 20 Prozent der Patienten die ihnen verordneten Arzneimittel tatsächlich ein. Bei der Therapie muss daher zusätzlich zur guten Wirksamkeit auch auf eine möglichst gute Verträglichkeit geachtet werden. Es kann vor diesem Hintergrund hilfreich sein, beim Auftreten belastender Nebenwirkungen auf ein anderes Präparat mit besserem Verträglichkeitsprofil umzustellen.

Sinnvoll ist ferner die Verabreichung eines Retardpräparates, weil ganz allgemein die nur einmal tägliche Tabletteneinnahme von den Patienten besser realisiert wird als häufigere Einnahmeintervalle. Retardpräparate haben zudem den Vorteil, dass sie die hepatische First-Pass-Metabolisierung zeitlich verzögert und damit in aller Regel weniger Nebenwirkungen bedingen. Auch durch nicht orale Applikationsformen wie die intravesikale Instillation kann die hepatische Metabolisierung umgangen und damit für eine verträglichere Behandlung gesorgt werden. Bei der intravesikalen Instillation ist allerdings mit mehr zentral-nervösen Nebenwirkungen und speziell mit Merk- und Konzentrationsstörungen zu rechnen.


Bessere Verträglichkeit durch M3-Selektivität

Eine deutlich bessere Verträglichkeit bieten selektive M3-Rezeptorantagonisten wie der Wirkstoff Darifenacin. Denn es gibt verschiedene Muscarinrezeptoren (M1-M5), die im Organismus nicht gleich verteilt sind. Für die Überaktive Blase und die Dranginkontinenz zeichnen insbesondere die M3-Rezeptoren, die vor allem in der Blase zu finden sind, verantwortlich, während die kognitiven Nebenwirkungen zur Hauptsache auf die stärker im Gehirn lokalisierten M1-Rezeptoren zurückgehen.

Die Abkehr von der unspezifischen hin zur spezifischen M3-Rezeptorblockade geht deshalb mit einer deutlich besseren Verträglichkeit einher. Dies gilt insbesondere für ZNS-Nebenwirkungen, wobei Darifenacin das bislang einzige Antimuskarinikum darstellt, für das in entsprechenden Studien und mit gezielten kognitiven Testverfahren belegt werden konnte, dass kaum ZNS-Nebenwirkungen auftreten. Wichtig ist das insbesondere für die Behandlung älterer Patienten, bei denen Gedächtnisprobleme und allgemein kognitive Störungen eine besondere Relevanz besitzen.

Weitere Nebenwirkungen wie eine gegebenenfalls auftretende Obstipation lassen sich durch die M3-Selektivität nicht reduzieren, da die verantwortlichen M3-Rezeptoren auch im Bereich des Darmes lokalisiert sind. Allerdings wird das Problem der Obstipation unter Antimuskarinika in aller Regel überschätzt. Denn auch in der allgemeinen Bevölkerung ist die Rate derjenigen, die auf gezieltes Befragen angeben, unter einer „Verstopfung“ zu leiden, hoch. Relevanter als die allgemeine Obstipationsrate sind Parameter wie die Notwendigkeit einer gezielten Behandlung der Obstipation oder die Abbruchrate infolge einer solchen Nebenwirkung.

Unter Darifenacin steigt die Rate der Studienteilnehmer, die ein Laxans einnehmen, von sieben auf elf Prozent. Weniger als drei Prozent brechen die Studie wegen einer Obstipation ab. Zum Vergleich: Unter Placebo steigt ebenfalls die Rate der Obstipation während der Studie von fünf auf acht Prozent an. Auch unsere eigenen Erfahrungen zeigen, dass eine Obstipation unter der Therapie mit Darifenacin in aller Regel kein therapeutisches Problem darstellt.


Darifenacin: Gute klinische Langzeiteffektivität

Die hohe klinische Effektivität von Darifenacin belegen sehr eindrucksvoll Daten bei 716 Patienten, die im Anschluss an die dreimonatigen Zulassungsstudien Darifenacin weiter einnehmen wollten und inzwischen im Rahmen einer Folgestudie zwei Jahre lang nachuntersucht wurden. Die Wirkung von Darifenacin nahm bei den Patienten über die dreimonatige Studienphase hinaus weiter zu: Zum Beispiel gingen die Inkontinenzepisoden in den ersten drei Therapiemonaten um 60 Prozent zurück und waren nach zwei Jahren um sogar 84 Prozent reduziert.

Noch eindrucksvoller ist der Rückgang der Harninkontinenzepisoden im Rahmen der Überaktiven Blase, die in einem Kleider- oder Vorlagenwechsel resultierten: Nach drei Monaten waren 74 Prozent der Patienten trocken, nach zwei Jahren war die Rate auf 100 Prozent gestiegen, es gab praktisch keine Patienten mehr mit diesem Ausmaß der Harninkontinenz in diesem Kollektiv.

Für Darifenacin spricht ferner die Tatsache, dass der Wirkstoff bei alten wie auch jungen Patienten gleichermaßen gut wirksam ist, wobei insbesondere ältere Menschen wegen dem guten ZNS-Sicherheitsprofil von der M3-Selektivität profitieren. Das Präparat kann zudem, anders als Vergleichspräparate, dosis-adaptiert (7,5 oder 15 mg einmal täglich) verabreicht werden.


Quelle: JournalMED vom 28.11.2005

 
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